Erneuerbare Energiegemeinschaft Schwarzlackau

Erneuerbare Energiegemeinschaft Schwarzlackau

Nicole Wiedner, Bernhard Reiter & Peter Strohmayer von der Energiegemeinschaft Schwarzlackau (Bild: Peter Strohmayer)

Gemeinsam lokal erzeugen, teilen und profitieren

Im Frühjahr 2025 wurde in Floridsdorf eine neue Energiegemeinschaft ins Leben gerufen: die EEG Schwarzlackau. Die Initiative entstand aus dem Wunsch, lokal erzeugten Sonnenstrom gemeinschaftlich zu nutzen und den Mehrwert in der Nachbarschaft zu halten. Nach rund fünf Monaten Vorbereitungszeit wurde im April 2025 der Grundstein gelegt – mit einem klaren Ziel: Photovoltaikstrom von privaten Anlagen soll auch jenen zur Verfügung stehen, die selbst keine PV-Anlage errichten können.

Von der Idee zur Gemeinschaft

Im Mai 2025 lud die Gründungsgruppe zu einem Info-Abend ein, um das Konzept der Energiegemeinschaft vorzustellen. Rund 30 interessierte Personen aus der Nachbarschaft nahmen teil – 12 von ihnen traten der EEG unmittelbar bei.

Dank kontinuierlicher Öffentlichkeitsarbeit – etwa durch persönliche Ansprache, Flugblätter und Mundpropaganda – wuchs die Gemeinschaft bis September 2025 auf über 30 Mitglieder an.

Die EEG Schwarzlackau ist bunt gemischt: jung und alt, Eigentümer*innen und Mieter*innen, technikaffin und neugierig. Sie alle verbindet die gemeinsame Motivation, lokal erzeugten, nachhaltigen Strom zu nutzen und so den Klimaschutz in der eigenen Nachbarschaft voranzutreiben.

Organisation und Zusammenarbeit

Die Mitglieder treffen sich unregelmäßig zu einem Stammtisch, bei dem aktuelle Themen wie Tarifgestaltung, technische Fragen oder neue Projekte besprochen werden. Diese Treffen stärken den Zusammenhalt und sorgen für Transparenz innerhalb der Gemeinschaft.

Die Abrechnung erfolgt über Faktura, da die Erfahrungen mit dem EDA-Portal bislang negativ waren – wichtige Prozesse wie die Statusanzeige von Zählpunkten seien dort noch nicht ausreichend abgebildet.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Wie viele junge Energiegemeinschaften steht auch die EEG Schwarzlackau vor praktischen Herausforderungen:

  • Bankkonto für Vereine: Nur wenige Banken bieten passende Kontomodelle an bzw. zu hohen Preisen.
  • Abrechnungsprozesse: Vertrauen entsteht erst, wenn die Abrechnung reibungslos funktioniert.
  • Kommunikation mit Wiener Netze: Informationen und Rückmeldungen sind teils schwer zugänglich.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Werbeschaltungen und Postwurfsendungen verursachen hohe Kosten.

Trotz dieser Hürden zeigt sich die Gemeinschaft engagiert und lösungsorientiert – mit gegenseitiger Unterstützung und offenem Austausch werden pragmatische Wege gefunden.

Fazit

Die EEG Schwarzlackau zeigt, wie bürgerschaftliches Engagement und nachbarschaftlicher Zusammenhalt die Energiewende vor Ort gestalten können.
Mit klarer Motivation, transparenter Organisation und stetigem Lernwillen wird hier ein starkes Zeichen gesetzt – für eine nachhaltige, gemeinschaftliche und regionale Energiezukunft in Wien.

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